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Medienbericht vom 25. Oktober 2019

argovia philharmonics Magazin

Nachwuchsförderung nach Art des Hauses

Ein Vorspiel im Zofinger Stadtsaal ermittelte die besten Talente an den Schweizer Musikhochschulen

Dr. Verena Naegele

Das Begleiten von Talenten auf ihrem Weg nach oben ist für das argovia philharmonic nicht einfach Pflicht, sondern eine grosse Erfolgsgeschichte. Eine «Rundschau».

In dieser Saison manifestiert sich der Erfolg der besonderen Nachwuchsförderung des argovia philharmonic exemplarisch bei der jungen Trompeterin Manuela Fuchs, die im September 2019 in Beinwil am See und im März 2020 in Zofingen das berühmte Es-Dur-Trompetenkonzert von Haydn spielt: Fuchs war 2012 Preisträgerin der Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung. Der aktuelle Schenk-Wettbewerb endet am 15. November 2019 mit dem Schlusskonzert des argovia philharmonic unter Leitung von Marc Kissóczy im Stadtsaal Zofingen.

Intendant Christian Weidmann meint dazu: «Die Zusammenarbeit mit der Schenk Stiftung ist in den vergangenen Jahren nicht nur zu einer schönen Tradition geworden – sie ist auch ein wertvolles Instrument zur Förderung junger Solistinnen und Solisten.» Die Nachwuchsförderung des argovia philharmonic gelingt aber auch mit anderen Institutionen, zu denen etwa auch der Geza-Anda-Wettbewerb in Zürich und «The Muri Competition» gehören.

Als aargauisches Langzeiterfolgsmodell ist die Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung für das argovia philharmonic besonders wichtig. Seit über zwanzig Jahren haben junge Musikerinnen und Musiker die Möglichkeit, dank der Schenk Stiftung ihr Können als Solistin oder Solist mit einem Orchester zu zeigen und dabei wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Die Liste der Preisträgerinnen und Preisträger ist lang, und etliche von ihnen sind heute nicht mehr aus dem Konzertleben wegzudenken. Das argovia philharmonic bewies immer wieder ein besonderes Händchen für das Potential der aufstrebenden jungen Musikerinnen und Musiker, die zu Konzerten eingeladen wurden oder gar im Orchester wichtige Funktionen übernahmen.

Zu den Gewinnern der Schenk Stiftung, die danach mit dem argovia philharmonic auftraten, gehören der international tätige Pianist Oliver Schnyder (Gewinner 1996) und der Bariton Ruben Drole (2003), der inzwischen eine Weltkarriere als Sänger macht. Zwei hervorragende Instrumentalisten bereicherten nach dem Gewinn des Wettbewerbs für einige Jahre das Orchester. Marc Paquin (2002), der von 2003 bis 2008 Konzertmeister war, spielt aktuell in Spanien, ist ein gefragter Kammermusiker und Geigenbauer, Marc Reding (2005), der im argovia philharmonic als Soloklarinettist brillierte, ist aktuell in dieser Funktion beim Tampere Philharmonic Orchestra tätig und ein gefragter Kammermusiker. In jüngster Zeit zu nennen sind etwa die höchst erfolgreiche, auf internationalem Parkett singende Sopranistin Regula Mühlemann (2011) und die Mezzosopranistin Marina Viotti (2015), deren Karriere steil nach oben zeigt.

Auch Manuela Fuchs gehört zu den herausragenden Siegerinnen des Wettbewerbs. Seit der Saison 2017/18 spielt sie als stellvertretende Solotrompeterin im Philharmonischen Orchester Bremerhaven und ist seit März 2018 in gleicher Position im Sinfonieorchester Münster angestellt. Auch solistisch und in Kammermusikformationen tritt sie regelmässig auf. Nun wird sie in Haydns anspruchsvollen Trompetenkonzert Es-Dur ihr gereiftes Musizieren unter Beweis stellen.

Bei so viel Erfolgsgarantie lag es nahe, die Zusammenarbeit mit der Schenk Stiftung zu intensivieren, wie Christian Weidmann erläutert: «Für heranwachsende Musiker ist die Konzerterfahrung die wertvollste überhaupt. Nachdem wir sehr erfolgreich einen Kammerkonzert-Zyklus in Aarau etabliert haben, bietet sich diese Reihe dafür an: Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält im Folgejahr die Möglichkeit, in einem dieser Kammerkonzerte mit unseren Musikern aufzutreten. In den übrigen Abo-Kammerkonzerten spielen die internationalen Solisten aus den Symphoniekonzerten. Die jungen Wettbewerbsgewinner treten somit in einem Atemzug mit renommierten Solisten auf.»

Ein frisches, spannendes und unverbrauchtes Musizieren ist damit garantiert. Zudem schliesst diese Idee des Kammermusik-Preises des argovia philharmonic an den «Preis der Stadt Zofingen» an, der jeweils im Rahmen des Jahreskonzerts zusätzlich vergeben wird. Die Jury kürt den Gewinner aus dem Kreis der Solisten. Auch hier findet man illustre Namen wie Regula Mühlemann, Sergio Pires, der nun Soloklarinettist im Musikkollegium Winterthur ist, oder Micha Cheung, der regelmässig international bei Konzerten in Erscheinung tritt. Ein Konzertbesuch im November in Zofingen lohnt sich also alleweil.