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Medienbericht vom 24. September 2011

Zofinger Tagblatt

Selektion der Besten aus sieben Nationen

Im Stadtsaal bewarben sich elf Musik Studierende um einen Auftritt am Jahreskonzert der Schenk-Stiftung

Kurt Buchmüller

Es gilt etliche Hürden zu überwinden, bevor ein Platz auf der Bühne des Stadtsaals gesichert ist. Vorab treffen die Leitungen der Schweizer Musikhochschulen eine Auswahl unter ihren besten Studentinnen und Studenten. Auf deren Vorschlag hin können sich dann die Auserwählten für das Vorspielkonzert bewerben und drei Werke angeben, die sie vorspielen möchten. Rund die Hälfte der Angemeldeten erhält dann vom Stiftungsrat die Chance, das von ihm gewählte Stück vorzuspielen. Von den diesmal elf Studierenden stammen vier aus der Schweiz, zwei aus Japan und je eine Person aus Deutschland, England, Italien, Polen und Russland.

Früherkennung der Begabung

Alle elf am Vorspielkonzert Teilnehmenden stehen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sehr früh Musikunterricht erhielten, einige schon mit sechs oder sieben Jahren. Die weitere Ausbildung erfolgte dann an Musikhochschulen und in Meisterkursen. Auffallend ist, dass Schweizer Musikhochschulen für den Abschluss der Studien oder zur Erlangung des Konzertdiploms gewählt werden. Einige der zum Vorspielkonzert Eingeladenen sind bereits im Kindesalter öffentlich aufgetreten und alle haben schon erfolgreich an Wettbewerben teilgenommen. Dies belegt deutlich ihr künstlerisches Niveau. Die Gewinner des Vorspielkonzerts können dann am Jahreskonzert der Schenk-Stiftung als Solisten mit einem professionellen Orchester auftreten.

Die Kür musikalischer Talente

Die Vorspielkonzerte sind öffentlich, es wird kein Eintritt erhoben. Eine stattliche Anzahl Zuhörer, darunter auch Musikschulklassen der Kanti, wohnte den Auszügen aus Werken von der Klassik über die Romantik bis in die Neuzeit bei. Die Hörbeispiele waren auf zwanzig Minuten beschränkt, Adrian Zinniker stellte Komponist, Werk und Interpreten vor. In Ermangelung eines Orchesters konnten die Kandidatinnen und Kandidaten selber die Partner zur Begleitung auf dem Flügel stellen. Die dreiköpfige Jury sass den Vortragenden gegenüber und machte fleissig Notizen. Sie hatte Studierende der Hochschulen der Künste von Bern und Zürich, der Hochschule für Musik in Basel und des Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano zu bewerten.

Kostproben klassischer Musik

Diesmal waren auch Instrumente dabei, die nicht zum Standard der Konzertsäle gehören, zum Beispiel die Basstuba. Valentin Mauron (CH) führte vor, wie beweglich dieser Koloss in seinen Händen ist und welch geschmeidige Tonfolgen daraus hervorzuholen sind. Mit einer absoluten Neuheit trat Yasui Sakiko (Japan) auf, nämlich dem Konzert für Schlagzeug und Orchester von Milhaud. Es waren über ein Dutzend Klangkörper, die sie hin und her eilend zum Ertönen brachte. Agnieszka Kulowska (Violone, Polen) zeigte, weshalb eine Fantasie ihres Landsmanns Wieniawski das Attribut «brillant» trägt, und Rei Tsujimoto (Cello, Japan) bewegte sich virtuos durch die Rokoko-Variationen von Tschaikowski. Kraftvolle Akzente holte Janka Simowitsch auf dem Flügel im Klavierkonzert in a-Moll von Schumann heraus, begleitet auf dem Klavier von Micha Cheung, der letztes Jahr selber kandidierte. Irina Pak (Violine, Russland) liess die Strahlkraft von Mozarts Violinkonzert Nr. 5 aufleuchten und Pernilla Palmberg (CH) versetzte mit dem Harfenkonzert in C-Dur von Boieldieu in den Zauber romantischer Melodien. Das Klarinettenkonzert Nr. 1 von Carl Maria von Weber erhielt von Nils Kohler (CH) sowohl die singenden Partien wie die temperamentvollen Kontraste. Offensichtlich unberührt von den solistischen Herausforderungen konnte sich Benjamin Gregor-Smith im Cellokonzert von William Walton ganz dem zeitgemässen Klangbild des Stückes widmen.

Nachhaltiger Schlusspunkt

Ein Paradestück glanzvoller Virtuosität wählte Alessia Pallaoro (Violine, Italien) mit dem Rondo Capriccioso von Saint-Saëns. Regula Mühlemann (Sopran, CH) setzte mit Arien von Mozart und Strauss einen nachhaltigen Schlusspunkt. Sie wurde zusammen mit Janka Simowitsch (Klavier), Nils Kohler (Klarinette) und Benjamin Gregor-Smith (Cello) für das Jahreskonzert mit dem Collegium Musicum Basel am 4. November nominiert.