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Medienbericht vom 14. Oktober 2009

Aargauer Zeitung

Starthilfe für talentierte Solisten

Am Solistenvorspiel der Emanuel-und-Evamarie-Schenk-Stiftung in Zofingen beteiligten sich zehn Studierende aus fünf Musikhochschulen.

Kurt Buchmüller

Die 1995 gegründete Stiftung mit Sitz in Zofingen fördert Musik Studierende der obersten Ausbildungsstufe, indem sie ihnen die Chance gibt, mit einem Orchester als Solisten vor das Publikum zu treten. Davon kann ein motivierender und bahnbrechender Impuls auf die weitere künstlerische Karriere ausgehen.

Die Selektion der Nachwuchstalente erfolgt über mehrere Stufen. Die Leitungen der schweizerischen Musikhochschulen nominieren ihre begabtesten Studentinnen und Studenten, diese bewerben sich bei der Stiftung unter Angabe von drei Selbstwahlstücken und des Studienstandes. Die Jury wählt aus den rund 25 Bewerbungen die Favoriten und das von ihnen am Solistenvorspiel vorzutragende Werk aus.

Am Montag stellten sich im Stadtsaal vor zahlreichen Zaungästen die für das Vorspiel Auserwählten mit ihrem Selbstwahlstück vor, begleitet von ihren selber ausgesuchten Pianisten. Dafür standen ihnen jeweils zwanzig Minuten zur Verfügung.

Den Anfang machte Aya Komatsu mit dem Flötenkonzert Nr. 2 von Mozart. Ohne Noten, in sich selbst und die Musik versunken, versah sie den 1. Satz mit quirlender Virtuosität und das Adagio mit langem Atem und inniger Auslegung. Shiho Uekawa stattete das Klarinettenkonzert Nr. 2 von Spohr mit dynamischer Spannung und wahren Sturzbächen von Läufen aus. Die nachfolgende Susanne Gritschneder (Mezzosopran) stellte die Fülle und Beweglichkeit ihrer Stimme in den Dienst der Konzertarie «Ombra felice» von Mozart und eines Liedes aus dem Zyklus «Nuits d’été» von Berlioz.

Die «Rokoko-Variationen» von Tschaikowsky erschienen unter dem Bogen des Cellisten Paolo Bonomini in der ganzen Vielfalt ihrer langfarben und Melodik und in Erfüllung aller der darin enthaltenen technischen Ansprüche. Schier grenzenlose Virtuosität zeigte auch Martin Bachofen im akzentreichen Flötenkonzert von Ibert.

Kühl und gelassen, ihrer musikalischen und technischen Sicherheit bewusst, setzte Mari Samuelsen das Vorspiel fort mit dem Violinkonzert Nr. 2 von Prokofjew, alle darin enthaltenen Kontraste ausschöpfend. Nach ihr führte Camilla Castellucci im Flötenkonzert von Mercadante die unbeschwerte Leichtigkeit ihres Spiels vor. Anschliessend zeigte Robert Kowalski, wie mühelos er die Bogen- und Fingerakrobatik im virtuosen «Tzigane» von Ravel bewältigt, und Lisa Weiss tat es ihm gleich im gefühlvollen Violinkonzert in A-Dur von Mozart. Zum Schluss zeigte Maurus Conte im Konzertstück in F-Dur Nr. 2 von Berwald, wie beweglich und nuancenreich das Fagottspiel sein kann.

Von den sechs Kandidatinnen und vier Kandidaten qualifizierten sich für die Schlussrunde Susanne Gritschneder (Mezzosopran), Paolo Bonomini (Cello) und Mari Samuelsen (Violine). Sie werden am Jahreskonzert vom 20. November im Stadtsaal zu hören sein. In der Zwischenzeit finden die Proben mit Marc Kissóczy, Dirigent des Orchesters der Zürcher Hochschule der Künste und Mitglied der Jury, statt.