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Medienbericht vom 29. November 2005

Aargauer Zeitung

Sportliche Jungsolisten

Grosse Talentschau im Stadtsaal Zofingen

Stephan Thomas

Das Jahreskonzert der Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung in Zofingen war Anlass einer bemerkenswerten Talentschau. Vier junge Vokal- und lnstrumentalsolisten durften sich vom Sinfonieorchester der Hochschule Musik und Theater Zürich unter Marc Kissóczy begleiten lassen.

Mark Reding spielte Rossinis Klarinettenvariationen mit dem sportlichen Impetus, den dieses Stück verlangt. Tomoko Takarada meisterte Carl Nielsens Flötenkonzert mit müheloser Agilität. Leila Pfister, die einzige Vokalistin im Programm, sang Mozart und fühlte sich besonders in den dramatischen Partien wohl. Dem jungen Genfer Sébastien Jacot gehörte der Höhepunkt des Abends, das auch als Komposition phänomenale Concierto Pastoral für Flöte und Orchester von Joaquin Rodrigo. Der smarte Sportsfreund war bei dem vertrackten Flötenpart jederzeit Herr der Lage. Auch das Orchester wusste zu gefallen.

Man wird sich daran gewöhnen müssen, dass heutzutage Hochschulorchester manch etabliertes Ensemble in Grund und Boden spielen können. Selbst wenn sie, wie das Sinfonieorchester der Hochschule Musik und Theater Zürich, in dauernd wechselnder Besetzung spielen. Uns als Publikum kann dieser qualitative Quantensprung nur recht sein. Natürlich hält sich auch das Sponsoring heute nicht mehr so bedeckt wie früher. Aber, wie der Präsentator Andreas Müller-Crepon treffend formulierte, ohne es würde man auf der Strasse spielen und eine Hutkollekte veranstalten. Bei den herrschenden Temperaturen wahrlich keine verlockende Perspektive.