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Medienbericht vom 03. Dezember 2002

Aargauer Zeitung

Jugendlicher Dreisprung

Förderpreisträger der Schenk-Stiftung

Eigentlich hatte das Konzert, das am Freitagabend in Zofingen stattfand, schon Anfang Oktober begonnen. In einem wöchigen Workshop der «Jmanuel und Evamaria Schenk-Stiftung» bekamen talentierte Studierende der schweizerischen Musikhochschulen Gelegenheit, mit dem Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) und dem Dirigenten Marc Kissóczy ein Solowerk einzustudieren. Aus einem Dutzend Kandidaten wurden die Förderpreisträger erkoren. Ihr Preis ist mit Arbeit verbunden: Der Auftritt am Jahreskonzert in der Zofinger Stadthalle. Verständlich, wenn auch nicht besonders originell, dass für diese Gelegenheit Werke aus dem klassisch-romantischen Kernrepertoire ausgewählt wurden.

Mit Verve sprang die in Zürich studierende japanische Geigerin Yuka Tsuboi in die ersten Takte von Johannes Brahms' Violinkonzert D-dur op. 77. Wo immer möglich nahm sie Ton und Tempo dann aber zurück. Die so entstehenden Freiräume füllte sie mit wunderbar feinen Tönen. Allerdings verschob dieser klare interpretatorische Ansatz die Relationen des Stücks und die Verbindung zu den zupackenderen Teilen wirkte oft noch wenig organisch.

Fast gegenteilig der Genfer Marc Paquin: Aus einem Guss, feinsinnig, farblich und dynamisch fein differenziert und mit ungewohnten Kadenzen präsentierte er Ludwig van Beethovens Violinkonzert D-Dur op. 61. Schade, dass Patzer und Unreinheiten in den schnellen Passagen den sonst so guten Gesamteindruck beeinträchtigten. Obwohl er das am deutlichsten als Solostimme gegenüber einem begleitenden Orchester gesetzte Stück des Abends spielte, konnte er sich am besten im Orchester integrieren.

Gerade in dieser Beziehung hat sich der Neuenburger Pianist Simon Peguiron mit Robert Schumanns eher selten gespieltem Opus 92 viel vorgenommen für seinen allerersten Auftritt mit Orchester. Mit kaum zu übersehendem Ärger reagierte er, als in der Introduction Details nicht klappten wie gewünscht. Der Stimmung des Allegro appassionato kam dieser Furor dann allerdings zugute.

Die Solisten sollten klar im Mittelpunkt des Konzertes stehen. Das ASO – als Orchester einer der drei Juroren – bereitete ihnen ein gemachtes Bett, in das sie sich getrost hineinlegen konnten. Dass gleichwohl auch orchestral drei profilierte Interpretationen zu hören waren, spricht für das Orchester und den Dirigenten.