Zurück zur Übersicht

Medienbericht vom 10. Dezember 2001

Zofinger Tagblatt

Jahreskonzert der Schenk-Stiftung

Junge Solisten im Stadtsaal

aku

Die Jmanuel und Evamaria Schenk-Stiftung» lud am letzten Freitag zu ihrem Jahreskonzert, das den Workshop für angehende Solisten auch dieses Jahr als Abschluss zu einem Gewinn für Interpreten und Zuhörer machte. Wobei der Ausdruck «angehende Solisten» gleich wieder relativiert werden muss: Es war bereits absolut meisterlich, was die Preisträger darboten, auf einem Niveau, das international als durchaus beachtlich betrachtet werden dürfte.

Lustvolles Musizieren

Marc Kissóczy, Leiter des Workshops und des Abschlusskonzertes, hat offenbar das Faible, Musiker zusammenzuführen, in diesem Fall das Aargauer Symphonieorchester (ASO), und mit ihnen lustbetont zu musizieren. In Camille Saint-Saens drittem Violinkonzert bewies der Solist François Sochard, Student am Konservatorium Lausanne, makellose Intonation, Virtuosität und das entsprechende Feeling selbst für – Lalo lässt grüssen – «Hispanismen». Er tat dies in einer völlig unprätentiösen Weise. Souverän und klug.

Die Pianistin Virginie Falquet, Studentin in Fribourg, meisterte auf temperamentvolle Weise Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Dieses Werk ist 1932 in Paris uraufgeführt worden und verweist noch knapp vor dem Ende aller Illusionen als «Divertissement» auf Jazzelemente (Gershwin), auf Satie und Strawinsky. «Valse macabre» oder «Danse triste»?

Das Orchester nahm seine Begleitfunktion in ambivalenter Weise wahr. Natürlich kommt die sezierende Akustik des Stadtsaals den Bläsern nicht entgegen. Aber trotzdem war nicht unüberhörbar, dass sich Trompeten und Hörner doch arg exponierten. (Wunderschön hingegen waren die Intermezzi des Englischhorns im zweiten Satz.) Zur Ambivalenz gehört des Weitern, dass die Streicher manchmal eher barsch auftraten und dann hinwiederum ein homogenes Ensemble waren. Das ist wohl das Problem eines Klangkörpers, dessen Protagonisten zu wenig kontinuierlich miteinander arbeiten können.

Mit den berühmten fünf Vierteln der Pauke beginnt Beethovens D-Dur-Violinkonzert. Ein Konzert, das die Geigerin Lisa Schatzmann summa cum laude bewältigte. Beeindruckend die Kantilenen über den sordinierten Streichern und das forsche Angehen des (dritten) Variationensatzes, die Kadenz und die fulminante Koda.