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Medienbericht vom 11. Dezember 1995

Zofinger Tagblatt

Grosszügige «Jmanuel- und Evamaria-Schenk-Stiftung» rückt Zofingen ins Rampenlicht

Förderungslücke gefunden: Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit einem Berufsorchester schaffen

Bernhard Schindler

Am Freitagabend erlebte ein beinahe ausverkaufter Stadtsaal in Zofingen ein festliches Konzert ganz besonderer Art: Räto Tschupp gab mit dem Aargauer Symphonie-Orchester (ASO) den offiziellen Auftakt für eine neue, sinnvolle Stiftung, welche die Förderung der Zusammenarbeit von Musikstudenten vor dem Solistendiplom mit Berufsorchestern, speziell mit dem ASO, zum Ziel hat. Sitz der Stiftung ist Zofingen, wo auch Proben und Konzerte stattfinden sollen. Damit rückt die Thutstadt bezüglich der Solistenförderung ins Rampenlicht der ganzen Fachwelt und wird durch die zu erwartenden Konzerte bestimmt bereichert.

Als Kulturliebhaber und Musikbegeisterte haben die Stiftungsgründer Jmanuel und Evamaria Schenk – nomen est omen – zusammen mit dem ASO und dem Schweizerischen Bankverein, der die Stiftung dank seiner Erfahrung auf dem Gebiet der Kulturförderung aktiv unterstützt, nach Möglichkeiten gesucht, jungen, angehenden Musikern bei ihrer Ausbildung zu helfen. Das Stipendienwesen für Musikstudentinnen und -studenten ist bereits gut ausgebaut. Doch fehlte bis jetzt vielen Solisten vor Erlangung des Solistendiploms die Gelegenheit, mit einem Berufsorchester zusammenzuarbeiten.

Das ASO kann nun zur Verfügung stehen für Proben und Konzerte als Studienabschluss in Zusammenarbeit mit Musikhochschulen oder mit dem Schweizerischen Musikpädagogischen Verband und für Kurse mit mehreren Teilnehmern, organisiert und ausgeschrieben vom ASO oder der Stiftung. Dem Stiftungsrat gehören neben den Gründern Walter Grimm, Leiter Sponsoring SBV Konzern, Basel, und Raymond Oswald, Filialdirektor SBV Zofingen, sowie Räto Tschupp, Dirigent ASO, Kurator Benno Zehnder, Direktor der Schule für Gestaltung, Luzern, und Stadtammann Urs Locher, Zofingen, an.

Feierliches Gründungskonzert

Das Aargauer Symphonie­Orchester unter Leitung von Räto Tschupp intonierte am Freitagabend zunächst eine Suite aus der Oper «Castor und Pollux» des Bach-Zeitgenossen Philippe Rameau und beendete das stimmungsvolle Konzert mit Joseph Haydns Symphonie Nr. 100 (Militär-Symphonie). Dazwischen beschenkte das ASO zusammen mit dem erst 27jährigen Klaviersolisten Adrian Oetiker das Publikum mit Mozarts Konzert für Klavier und Orchester in D-Dur, KV 53: Einem beseligenden, beinahe scherzhaften Dialog zwischen Pianist und Orchester, in welchem der perfekte Techniker besonders im langsamen Satz sein ganzes gefühlvolles Können unter Beweis stellen konnte. Oetiker hatte am Konservatorium Zürich Klavier und Violine studiert. Nachdem er auf beiden Instrumenten das Lehrdiplom mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, konzentrierte er sich ganz auf das Klavier. Nach der Pause verdankten Raymond Oswald und Stadtammann Urs Locher die grosszügige Stiftung, welche besonders in Zeiten, in denen die öffentliche Hand zum Sparen gezwungen sei, beispielhaft sei für ein pragmatisches, die Probleme anpackendes Mäzenatentum.